Der erste Eindruck zählt – und das gilt besonders für Präsentationen. Dein Einstieg entscheidet darüber, ob Dein Publikum von Anfang an aufmerksam zuhört oder gedanklich abschweift. Eine gelungene Einleitung setzt den Ton für den gesamten Vortrag und schafft eine Verbindung zu Deinem Publikum. Doch wie gelingt ein starker Einstieg?
Psychologische Studien zeigen, dass Menschen besonders den Anfang und das Ende eines Vortrags im Gedächtnis behalten, dem Primacy- und Recency-Effekt. Dieser wurde erstmals von deutschen Psychologen Hermann Ebbinghaus 1885 beschrieben. Der Primacy-Effekt beschreibt, dass zuerst erhaltene Informationen meist besonders stark gewichtet werden, während der Recency-Effekt darauf hinweist, dass zuletzt erhaltene Eindrücke stärker erinnert werden. Ein überzeugender Start gibt Dir also die Chance, Aufmerksamkeit und Interesse sofort zu wecken – und das Publikum von der ersten Sekunde an auf Deine Seite zu ziehen.
Beginne mit einer Frage, die Dein Publikum zum Nachdenken anregt. Idealerweise sollte sie überraschen oder zum Widerspruch herausfordern.
Beispiel:
"Die meisten Präsentationen sind Zeitverschwendung – und Eure wahrscheinlich auch. Aber heute ändern wir das!"
Warum funktioniert das?
Menschen lieben Zahlen – vor allem dann, wenn sie Unerwartetes enthüllen. Nutze eine Statistik oder eine Grafik, die Dein Publikum überrascht oder betroffen macht. Achte jedoch darauf, dass sie einfach zu lesen ist und mit Quellen gestützt sind.
Beispiel:
Grafik von Hermann Ebbinghaus
"Jeder zweite Zuhörer vergisst eine Präsentation innerhalb von 24 Stunden – laut einer Studie zur Informationsverarbeitung in Meetings. Was bleibt also wirklich hängen?"
Warum funktioniert das?
Menschen erinnern sich an Geschichten besser als an Fakten. Eine kurze, relevante Anekdote kann helfen, Emotionen zu wecken und Deine Botschaft greifbar zu machen.
Beispiel:
"Ich mag mich noch daran erinnern, als wäre es gestern gewesen. Mein allererster Vortrag trug ich in der 2. Klasse über Koalas vor. Ich war so nervös, dass ich mehrmals Koalas mit Pandas verwechselt habe."
Warum funktioniert das?
Ein gutes Zitat kann als Eisbrecher dienen und Deine Kernbotschaft verstärken. Wähle ein Zitat, das Deine Präsentation einleitet und einen klaren Bezug zum Thema hat.
Beispiel:
"Winston Churchill sagte einmal: 'Eine gute Rede soll das Thema erschöpfen, nicht die Zuhörer."
Warum funktioniert das?
Warum das Publikum nur passiv zuhören lassen, wenn es gleich aktiv einsteigen kann? Eine interaktive Methode wie eine kleine Umfrage oder eine Abstimmung per Handzeichen holt die Zuhörer direkt mit ins Boot.
Beispiel:
"Hand in die Höhe: Wer von Euch hat sich schon mal in einer Präsentation gelangweilt?"
Warum funktioniert das?
Ein langweiliger Start bedeutet verlorenes Publikum – doch mit der richtigen Technik kannst Du Deine Zuhörenden von der ersten Sekunde an fesseln. Ob provokante These, überraschende Statistik, persönliche Geschichte, eindrucksvolles Zitat oder interaktive Einleitung – der Schlüssel liegt darin, Neugier zu wecken und eine emotionale Verbindung zu schaffen.
Denke daran: Menschen erinnern sich besonders an den Anfang und das Ende einer Präsentation (Primacy- und Recency-Effekt). Dein Einstieg sollte also nicht nur informativ, sondern auch einprägsam sein.
Teste verschiedene Methoden, passe sie an Dein Publikum an und finde heraus, was am besten zu Deinem Thema passt. Denn ein starker Start erhöht nicht nur die Aufmerksamkeit, sondern sorgt auch dafür, dass Deine Botschaft nachhaltig im Gedächtnis bleibt.
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